STARTSEITE NEWS KONTAKT GALERIE - TIROL - BAYERN TOURISMUSVERBAND DÄNEMARK - GALERIE BRAUCHTUM - SAGEN in TIROL KRIPPENBAU ALPENCOWBOYS LINKS FOTOSTUDIO - MARTINA die Sage der FRAU HITT BRAUCHTUM und SAGEN in TIROL

In uralten Zeiten lebte eine mächtige Riesenkönigin, Frau Hitt genannt, und wohnte auf den Gebirgen über Innsbruck, die jetzt grau und kahl sind, aber

damals voll Wälder, reicher Äcker, und grüner Wiesen waren. Auf eine Zeit kam ihr kleiner Sohn heim, weinte und jammerte, Schlamm bedeckte ihm

Gesicht und Hände, dazu sah sein Kleid schwarz aus, wie ein Köhlerkittel. Er hatte sich eine Tanne zum Steckenpferd abknicken wollen, weil der Baum

aber am Rande des Morastes stand, so war das Erdreich unter ihm gewichen und er bis zum Haupt in den Moder gesunken, doch er hatte sich noch

glücklich herausgeholfen. Frau Hitt tröstete ihn, versprach ihm ein neues schönes Röcklein und rief einen Diener, der sollte weiche Brosamen nehmen

und ihn damit reinigen. Kaum aber hatte dieser angefangen mit der heiligen Gottesgabe also sündlich umzugehen, so zog ein schweres, schwarzes

Gewitter daher, das den Himmel ganz zudeckte und ein entzetzlicher Donner schlug ein. Als es wieder sich aufgehellt, da waren die reichen Kornäcker,

grünen Wiesen und Wälder und die Wohnung der Frau Hitt verschwunden und überall war nur eine Wüste mit zerstreuten Steinen, wo kein Grashalm

mehr wachsen konnte, in der Mitte aber Stand Frau Hitt, die Riesenkönigin, versteinert und wird so stehen bis zum jüngsten Tage.

In vielen Gegenden Tirols, besonders in der Nähe von Innsbruck, wird bösen und muthwilligen Kindern die Sage zur Warnung erzählt, wenn sie sich

mit Brod werfen oder sonst Übermuth damit treiben. "Spart Eure Brotsamen, heißt es, für die Armen, damit es euch nicht ergehe, wie der Frau Hitt.

(Innsbruck, mitgetheilt nach Grimm.)

Sammlung Stadtarchiv Innsbruck, Ph-24871

Die Frau Hitt-Sage, Hans Hochegger, 1914 Dokumentation

Kommentar Zingerles zu Nr. 210

Quelle: Sagen aus Tirol,

           Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle,

           Innsbruck 1891, Nr. 210, Seite 127